Diese Zusammenfassung bassiert auf mehreren Büchern zu gewaltfreien Kommunikation. Hier gibt’s alles zum Schlagwort “Gewaltfreie Kommunikation”.

Was ist gewaltfreie Kommunikation?

Willst du lieber recht haben oder glücklich sein? Beides zusammen geht nicht.

  • Wie geht es dir? => Was ist lebendig in dir?
  • Die höchste Form der Intelligenz ist es, zu beobachten, ohne zu urteilen
  • Andere Menschen sind nicht für unsere Gefühle verantwortlich
  • Vier Schritte:
    1. Beobachtung: Was ist der Auslöser? Möglichst objektiv.
    2. Gefühle: Wie fühlst du dich, wenn die andere Person das tut?
    3. Bedürfnisse: Gefühle signalisieren Bedürfnisse
    4. Bitte: Person hat die Wahl die Bitte zu erfüllen, Bitte ist im Hier&Jetzt erfüllbar, Bitte != Wunsch, Wunsch liegt in der Zukunft
  • Eine Bitte zu äußern heißt: Die Verantwortung zu übernehmen und die Welt kreieren, in der man leben will

Logik der Gefühle

Das Ziel im Leben ist, all unser Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen.

  • Viele hören eine Bitte als Forderung und denken an Konsequenzen, das zerstört die einfühlsame Verbindung
  • Bedürfnisse werden durch Gefühle sichtbar (vgl. Signallampe für Öl im Auto)
  • Schmerz: Bedürfnisse nicht versorgt oder in Gefahr, Freude: Bedürfnisse erfüllt
  • Wut & Ärger wird durch Denken verursacht -> Was ist die Ursache? Wo ist der Schmerz?
  • Statische Sprache: richtig, falsch, gut, schlecht, “Du bist ein wütender Mensch!”
  • Prozesssprache: “Bist du im Moment wütend?”
  • Wenn ich bei anderen Fehler suche, ist ein Bedürfnis bei mir nicht erfüllt -> Wertvoller Hinweis für mich!
  • Wut, Schuld, Scham und Depression sind nach innen gerichtete Formen von Gewalt und inneres Wolftheater = Hinweis zu Bedürfnissen

Die Sprache der Bedürfnisse

Ein Konflikt ist ein tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses

  • Das Wort “Bedürfnisse” ist negativ assoziiert, dabei sind sie etwas Wertvolles und Schönes
  • Es gibt 9 Bedürfnisse:
    Marshall B. Rosenberg Manfred Max-Neef
    • Körperliche Nahrung, körperliches Wohlbefinden, Schutz, Unterkunft
    • Sicherheit
    • Verständnis, Empathie
    • Kreativität
    • Liebe, Intimität
    • Spiel
    • Erholung
    • Autonomie
    • Sinn, Spiritualität
    • Subsistenz
    • Schutz
    • Zuwendung
    • Verständnis
    • Partizipation
    • Muße
    • Kreativität
    • Identität
    • Freiheit
  • Strategie = Ein Weg, ein Bedürfnis zu erfüllen
  • Respekt und Anerkennung zu bekommen, sind keine Bedürfnisse, sondern Strategien für das Bedürfnis nach Verständnis und Empathie
  • Kommunizieren sollte man Bedürfnisse, nicht gewünschte oder gar erwartete Strategien
  • Bedürfnis hat nichts bestimmten Personen oder Handlungen zu tun, denn das führt zu Knappheit (oder Fülle, wenn man es nicht macht)
  • Die Verknüpfung von Bedürfnis zu Person/Handlung ist die Bitte (nicht die Forderung)
  • Bedürfnisse zu äußern ist nicht bedürftig, peinlich oder eine Abhängigkeit.
  • 3 Taktiken, die nicht zum gewünschten Ergebnis führen:
    • “Nicht schlagen”: Viel reden, rechtfertigen für seine Bedürfnisse, sich schämen, Angst haben, verurteilt zu werden
    • “Weihnachtsmann”: Jmd. aussuchen, der einem ein Bedürfnis erfüllen soll.
    • “Entweder oder”: wütend, dass Bedürfnis nicht erfüllt wird oder lange nicht getraut => Forderung
  • Viele Menschen erfüllen Bedürfnisse anderer, um nett zu sein (aber “Giraffen sind nicht nett”), Liebe zu kaufen, weil die eigenen unbekannt sind oder um sich nicht schuldig zu fühlen.
  • Buddha: “Mach’ dich niemals von deinen Strategien abhängig!”

Die Philosophie der Fülle

In jedem Moment haben wir das Potenzial, dem Leben zu dienen oder Leben zu zerstören.

  • 2 Entscheider in uns, bestimmen, wie unsere Bedürfnisse erfüllt werden:
    • Innerer Entscheider: Entscheidet, wie ein Bedürfnis erfüllt wird
    • Innerer Richter: Beurteilt, ob es gelingt oder nicht.
  • Amtsprache: “Ich musste es tun”, “Ich hatte keine Wahl”, “Befehl von oben”, “Ich hatte keine Zeit”, “Das haben wir schon immer so gemacht”, “Weil es das Gesetz so will”
  • Amtsprache bedeutet, dass der innere Entscheider die Verantwortung wegschiebt.
  • “Arbeite niemals für Geld” -> “Nimm’ Geld für die Arbeit, die du tun möchtest”
  • Tu nichts, das nicht leicht ist, nicht für Geld, Liebe, Anerkennung, um Strafe zu vermeiden, aus Schuldgefühl oder aus Pflichtgefühl

Die Macht der Empathie

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…

  • Empathie: Ganz im Moment präsent sein, ohne Vergangenheit, ohne (be-)urteilen, Gedanken zum Stillstand bringen und wenn sich Verstand einschaltet: freundliches “Geh’ zurück”
  • Empathie zu geben ist ein wertvolles Geschenk
  • Empathie ist nicht intellektuelles Verstehen oder Mitleid (“Das macht mich ganz traurig, wenn es dir schlecht geht.”)
  • Empathie heißt sich mit den Gefühlen des anderen (und nicht mit den eigenen) zu verbinden. Ansonsten: freundlich “Geh zurück” zum eigenen Verstand
  • Empathie ist nicht: Sich verbinden mit dem, was der andere sagt oder denkt. Wenn wir dem anderen zustimmen (oder auch nicht), ist das nicht Empathie.
  • “Die Landkarte ist nicht das Land” oder auch “Je schöner etwas ist, desto schwächer ist die Sprache als Ausdruck dieser Schönheit.”
  • Empathie ist sich im Moment auf das was im anderen lebendig ist zu fokussieren (=Gefühle & Bedürfnisse)
  • Wenn ich mir nicht sicher, ob ich mit dieser Energie verbunden bin, sage ich, welche Gefühle und Bedürfnisse höre. Der andere kann das dann korrigieren. So entsteht eine Verbindung.
  • Manche mögen aktives Zuhören, andere stört. Ausprobieren!
  • “Empathie-Sitzung” im Coaching:
    1. Wo liegt die Quelle des Schmerzes beim Coachee? -> Person X (z.B. Vater, Mutter, Partner)
    2. Coach geht in die Rolle X und gibt Empathie ggü. Coachee
    3. Coach geht als X in Vergangenheit und gibt seine damaligen Gefühle und Bedürfnisse wieder
    4. Empathie des Coachees ggü. X
    5. Entspannung beim Coachee
  • Entschuldigen (Wolfssprache): Ich bin schrecklich und verdiene Strafe
  • Trauern/traurig: Viel tiefere Ebene in mir
  • “Wenn wir empathisch sind, gibt es nichts zu vergeben!”
  • Jmd. Empathie zu geben, ist die eigene Entscheidung.
  • Wenn jmd. in meinen Bedürfnissen kein Geschenk, sondern eine Zurückweisung sieht: “Könntest du mir sagen, wie ich meine Bedürfnisse so mitteilen kann, ohne dass es für dich so anhört, als würde ich nicht mit die reden wollen?” (und nicht: “Nein, das habe ich nicht gemeint!”)
  • Martin Buber: “Heilung findet statt, wenn zwei authentische menschliche Wesen eine authentische Begegnung haben.”

Im Herzen des Feindes

Jenseits von Richtig und Falsch liegt ein Ort…

  • Wut: Ein Bedürfnis ist nicht erfüllt. Aber mit Wut sind wir auf dem besten Weg das Bedürfnis nicht erfüllt zu bekommen.
  • Gandhi: “Sollte ich jemals nur zwei Alternativen haben: Passivität und Gewalt, dann würde ich die Gewalt wählen.” (aber es gibt immer eine andere Herangehensweise)
  • Erziehung: Kinder werden geschlagen, damit sie zuhören, damit etwas Gutes aus ihnen wird. Eltern sind hilflos, kennen keine andere Möglichkeit
  • Schuld: Mit mir ist etwas nicht in Ordnung! Besser: Trauer

Ausgleich zwischen Tätern und Opfern

Recht ist nicht gleich Gerechtigkeit

  • Auch Verbrecher befriedigen ihre Bedürfnisse. Nur eben zum Schaden anderer, sie wissen es nicht besser.
  • Täter-Opfer-Ausgleich: Täter gibt Opfer Empathie (das ist nicht intellektuelles Verstehen)
  • Beispiel Vergewaltiger: Bedürfnis nach Empathie, deshalb fügt er Schaden, den er selber erlitten hat, anderen zu. Damit die ihn sehen, was er durchgemacht hat.
  • Jeder Mensch kann jederzeit mit seinen Gefühlen und seiner Menschlichkeit in Verbindung gebracht werden. Es kommt auf den Kontext an.

Liebesbeziehungen als Konfliktschule

Liebe ist kein Gefühl

  • Wir zeigen gegeneinander Liebe, wenn wir uns empathisch verbinden + Sicherstellen, dass diese Verbindung aus dem Bedürfnis Mitgefühl motiviert ist
  • Die Frage “Liebst du mich?” kann sich nur auf einen Moment beziehen. Und wenn dann gerade Verbindung da ist -> JA
  • Irrglauben: Wenn der andere mich liebt, dann muss er doch wissen, was ich mir gerade wünsche! Das muss ich ihm doch nicht extra sagen!
  • Häufig verlangt der eine, dass der andere die Bedürfnisse errät, die derjenige selber nicht kennt
  • Sicherheit, Stabilität & Verlässlichkeit sind Illusionen
  • Wahrscheinlichkeit, lange zusammen zu sein steigt, wenn sich beide immer wieder ehrlich über ihre Vorstellungen und Absichten austauschen
  • Zwei Arten von Liebe:
    1. Spirituelle Haltung
    2. Bedürfnis nach Nähe und Intimität
  • Sex ist eine Strategie, kein Bedürfnis
  • Tragik von Liebesbeziehungen: Wenn wir nicht lernen unsere Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren, ist der Mensch, zu dem ich diese ganz besondere und nahe Verbindung habe, irgendwann der Mensch, mit dem es mir besonders schwer fällt, einfühlsam zu sein.
  • Bedürfnis nach Sinn ist erfüllt, wenn…
    • Frauen: … sie ihre Bedürfnisse verleugnen und sich für andere aufopfern. Nebeneffekt: Mann wird zum emotionalen Vollidioten.
    • Männer: … er die Frauen retten kann, wenn sie in Not ist. Wenn er denkt, sie erwartet das, dann funktioniert es nicht. Nebeneffekt: Frauen werden entweder zu rettenswerten Prinzessinnen oder zu feuerspeienden Drachen
  • Ein Mann schlägt eine Frau, wenn sie sich entzieht (besonders sexuell), dadurch sinkt sein Selbstwertgefühl und er sich so Macht verschafft.

Kinder gewaltfrei erziehen

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind wäre Gandhi…

  • Je weniger ein Mensch mit Wolfsdenken programmiert wurde, desto schneller lernt er GfK
  • Übung: 2 Gruppen von Erwachsenen – beide kriegen gesagt, dass etw. von Ihnen ausgeliehen, aber nicht zurückgebracht wurde – 1.Gruppe: vom Nachbarn, 2.Gruppe: vom eigenen Kind – Alle sollen ihre Reaktionen aufschreiben – Nachschauen, mit wem freundlicher umgegangen wurde – Fazit: mit dem Nachbarn – Wie sollen Kinder so den GfK-Umgang lernen?
  • Weit verbreitete Auffassung, dass Eltern für das Verhalten von Kindern verantwortlich sind. Sie müssen dafür sorgen, dass es sich benimmt. Das ist zum Scheitern verurteilt, weil sie keine Kontrolle über das Kind (genauso wenig über andere Menschen) haben.
  • Jedes Mal, wenn das eigene Kind etwas “doofes/blödes/störendes…” tut, sich einfach vorstellen, dass hätte ein berühmter Erwachsener getan. Wie verändert sich die eigene Haltung?
  • Lebe ich als Erwachsener die Werte, die ich meinem Kind mit auf den Weg geben möchte?
  • “Kinder brauchen Grenzen” – Ja und das hat nichts mit Kindern zu tun. Grenzen sind immer da nötig, wo ein Mensch durch sein Verhalten die Bedürfniserfüllung eines anderen einschränkt.
  • Bestrafung & Belohnung sind keine Erziehungsmittel
  • Belohnung wird mit Liebe&Zuwendung verwechselt – es entsteht eine Abhängigkeit – daraus entsteht ein total netter und toter Mensch
  • Wenn mein Wert davon abhängig ist, dass mich jemand lobt, dann gebe ich all meine Macht in die Hände des anderen
  • Der einzige Grund, meine Kinder zu lieben: Weil sie da/sie sind!
  • Kinder können gut die Bedürfnisse von Erwachsenen verstehen
  • Im Gespräch verbunden bleiben: Was ist lebendig (=seine Bedürfnisse&Gefühle, nicht seine Gedanken) im anderen?

Gewaltfreie Kommunikation in der Schule

Lehren heißt, den Schülern Lust auf’s Reisen zu machen

  • John Holt: “Würden wir Kindern das Sprechen beibringen, dann würden sie es nie lernen.”
  • Es gibt Schulen (“Giraffenschulen”) ohne das Wort “muss”,genauso wie Reiseveranstalter Reisen anbieten… Jemand geht auf Reisen, wenn es für ihn interessant und bereichernd ist…
  • Tests gehören an den Anfang einer Lerneinheit, um dem Lehrer zu zeigen, was noch gelernt werden kann.
  • Mit Schülern individuelle Lernziele vereinbaren + Noten vereinbaren

Die Welt verändern – Jetzt!

Die Liebe zum Leben, die wir in uns spüren, nach außen tragen

  • Wie kann ich z. B. meinen Hunger genussvoll stillen, wenn täglich 30000 Menschen auf der Welt verhungern?
  • Metapher: Am Fluss spazieren gehen – Ein Baby treibt im Fluss – Sofort rausholen – ein zweites kommt – ein drittes – ganz viele — Was tun? — Gucken, wie und wo die Babys in den Fluss kommen!
  • Ken Wilber: Illusorisch, dass wenn sich nur immer mehr ändern, die positive Energie irgendwann auf alle überschwappt.
  • … und aggressiver Aktionismus (aus Verzweiflung und Angst) ist kontraproduktiv
  • Translative Spiritualität: beten, meditieren, lernen Leid zu ertragen, hilft dem einzelnen, aber nicht der Welt
  • Transformative Spiritualität: Erst an uns selber arbeiten, damit unsere politische Arbeit dann nicht aus der gleichen Energie heraus entsteht wie die Strukturen, die Gewalt hervorbringen.
  • Joamma Macy: Verzweiflungsarbeit = In Gruppe Gleichgesinnter gegenseitig Empathie für Wut, Verzweiflung und Mutlosigkeit geben => Verzweiflung wandelt sich in transformative Spiritualität
  • Konkret: Giraffentänze mit Verantwortlichen des Systems machen
  • Die ganze Konsumkultur basiert auf der Ersatzbefriedigung von Bedürfnissen.
  • GfK in wirtschaftlichen Organisationen schwer zu verkaufen, deshalb als Ziel so formulieren: Macht mit Menschen statt über Menschen zu erlangen
  • Widerstand + Giraffenohren = Bedürfnisse & Gefühle
  • Wenn Leute nicht freiwillig in einem Training sind: Frage stellen:
    • Gruppe A: Sie wissen, worum es in meinem Training geht und Sie konnten eskaum erwarten, herzukommen?
    • Gruppe B: Sie sind hier, weil Sie Angst haben, dass es Folgen für Sie haben könnte, wenn Sie nicht gekommen wären?
    • Gruppe C: Sie sind nicht sicher, warum Sie heute hier sind, Sie sind einfach den anderen gefolgt.
    • Anzahl abfragen, an Gruppe B gerichtet: Welche Informationen brauchen Sie, um zu entscheiden, ob Sie mir Ihre Aufmerksamkeit schenken wollen? Ich nehme ungern die Zeit und Aufmerksamkeit von Menschen in Anspruch, die mir vorher nicht die Erlaubnis dazu gegeben haben.

Dankbarkeit ausdrücken und annehmen

Das Leben feiern

  • Wenn wir im Kontakt mit jmd. sind, dann um ganz für ihn präsent und da zu sein
  • Um gfK zu leben, braucht man viel Kraft und Klarheit
  • Die nötige Haltung entsteht, wenn wir gut für uns sorgen und uns selber nähren
  • Ideals Kraftnahrung: Giraffennektar – Man gewinnt ihn durch aufrichtige Dankbarkeit, weil wir das Leben eines anderen bereichern oder umgekehrt
  • Dankbarkeit ist eine Feier des Lebens
  • Man gibt sie oft nicht aus Angst, es könnte peinlich sein für den Empfänger -> Giraffenterror
  • Wie bekommt man andere Leute in die Knie: Giraffenterror
  • Manchmal macht Dankbarkeit geben, Angst verletzlich zu sein
  • Nelson Mandela: Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit
  • Dankbarkeit anzunehmen ist manchmal schwierig, denn sie erinnert uns an das Licht
  • Idee: Dankbarkeitstagebuch – Aufschreiben, wenn ich Dankbarkeit bekomme und wofür ich dankbar bin

Zusammenfassung

  • Dem Modell der gewaltfreien Kommunikation liegen folgende Annahmen zu Grunde:
    • Alle Menschen möchten ihre Bedürfnisse befriedigt kommen.
    • Wir leben in guten Beziehungen, wenn wir diese Bedürfnisse durch Zusammenarbeit statt durch aggressives Verhalten erfüllen.
    • Jeder Mensch hat bemerkenswerte Fähigkeiten, die uns erfahrbar werden, wenn wir durch Einfühlung mit ihnen in Kontakt kommen.
    • Hinter jedem aggressiven Verhalten steckt ein unerfülltes Bedürfnis.
    • Jedes Bedürfnis dient dem Leben, insofern gibt es keine “negativen” Bedürfnisse.
  • Die Ziele der gewaltfreien Kommunikation sind:
    • befriedigende Beziehungen aufzubauen und zu erhalten
    • unsere Bedürfnisse zu befriedigen, ohne anderen Gewalt anzutun
    • schmerzliche Kommunikation zu verändern
    • Konflikte zu wandeln
  • Vier Schritte (Selbst: für sich selber UND Zuhören: für sich – für den anderen)
    1. Beobachtung – getrennt von Bewertung (die nichts mit dem “Sein” des Beobachtetem zu tun hat)
    2. Gefühl – nur echte Gefühle, keine Masken
    3. Bedürfnis – das eigene
    4. Bitte – kein Wunsch, keine Forderung
  • Die gewaltfreie Kommunikation (Giraffensprache)
    • trennt Beobachtung von einer Bewertung und Beurteilung.
    • achtet auf eigene Gefühle und ist sich der dahinter liegenden Bedürfnisse bewusst.
    • achtet auf die Gefühle des anderen und versucht dessen Bedürfnisse herauszufinden.
    • respektiert die Bedürfnisse aller.
    • bittet statt zu wünschen oder zu fordern.
    • übersetzt Angriffe, Vorwürfe, Beleidigungen und Forderungen (Wolfssprache) in Gefühle und Bedürfnisse.
  • Vier Hauptanwendungsbereiche:
    • Selbsteinfühlung – eigene Konflikte auflösen
    • Einfühlung in den anderen (empathisches Verhalten) – einem anderen helfen, seinen inneren Konflikt zu lösen
    • Konfliktlösung – Auflösung meiner Konflikte mit anderen oder Schlichtung eine Konfliktes
    • Ausdrücken von ehrlicher Dankbarkeit – Dank aussprechen für eine eigene Bereicherung des Lebens

Noch mehr Schlaues…

  • Analysen von anderen Menschen sind in Wirklichkeit Ausdruck unser eigenen Bedürfnisse und Werte.
  • Vergleiche sind eine Form von Verurteilung
  • “Wer verdient was”-Denken blockiert einfühlsame Kommunikation
  • Beobachtung + Bewertung => Leute neigen dazu, daraus Kritik zu hören
  • Gefühle != Gedanken
  • Was andere sagen oder tun, mag ein Auslöser für unsere Gefühle sein, ist aber nicht nie die Ursache
  • Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun es andere auch nicht
  • Emotionale Befreiung in 3 Schritten:
    1. Emotionale Sklaverei: Wir übernehmen Verantwortung für die Gefühle anderer oder das Verhalten und Sein anderer bestimmt unsere Gefühle => Verstrickung
    2. Rebellion/Abgrenzung: Wir haben Gefühle wg. 1., z.B. Ärger, weil wir nicht länger verantwortlich sein wollen: “Das ist alleine dein Problem” => Ablehnung des Gegenübers
    3. Emotionale Befreiung: Reagieren auf Bedürfnisse anderer aus Mitgefühl, nicht aus Angst, Schuld, Scham => Zufriedenheit auf beiden Seiten, Wir übernehmen volle Verantwortung für unsere Absichten & Handlungen, aber nicht für die Gefühle anderer Menschen. Uns ist bewusst, dass wir unsere Bedürfnisse nie auf Kosten anderer erfüllen können.
  • Depression ist die Belohnung für’s Bravsein
  • Song “Given To” (1978) von Ruth Bebermeyer (Auszug)
    Ich fühle mich ungemein beschenkt,
    wenn du etwas von mit annimmst -
    wenn du an der Freude teilhast, die in mir ist
    sobald ich dich beschenke.
    Und du weißt, ich gebe nicht in der Absicht,
    Dich in meine Schuld zu bringen,
    sondern weil die Zuneigung leben möchte,
    die ich für dich empfinde.
  • Empathie: Den Verstand leer machen und mit dem ganzen Wesen zuhören
  • Intellektuelles Verstehen blockiert Empathie
  • Um Empathie zu geben, brauchen wir selber Empathie.
  • GfK: Bei anderen hören wir nur noch auf ihre Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten (auch wenn sie sie nicht explizit so aussprechen)
  • Wenn wir das nicht leisten können, weil wir abwehrende Gefühle in uns spüren: innehalten, atmen, uns selbst Empathie geben oder gewaltfrei schreien oder eine Auszeit nehmen
  • Empathie macht es möglich, dass wir unsere Welt mit neuen Augen sehen un weiterkommen können
  • Je sicherer wir uns in die andere Person einfühlen, desto sicherer fühlen wir uns selbst
  • Statt “Aber” zu einem wütenden Menschen zu sagen, lieber einfühlen.
  • “Nein!” emphatisch hören (Ablehnung -> Bedürfnis)
  • Mit Empathie leerlaufendes Gespräch wieder beleben.
  • Empathie für Stille (->Bedürfnisse)
  • Wenn wir “Das war blöd von mir! o. Ä.” zu uns sagen, dann soll es uns schlecht gehen, weil wir etwas falsch gemacht haben. Aber: Fehler = Grenzen = Wachstumschancen
  • Sobald Menschen Scham oder Schuld hinter unseren Gefühlen wahrnehmen, sinkt die Chance auf Wertschätzung
  • Vermeiden Sie, sich selbst zu “sollten” oder “müssen” o. Ä., z.B. “Ich sollte dies tun.”
  • (Selbst-)Verurteilung ist tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse
  • Trauern: Verbindung aufnehmen mit den Gefühlen und Bedürfnissen, die durch vergangene Handlungen, die wir jetzt bedauern, hervorgerufen werden.
  • Selbst-Vergebung:
    1. Welches Bedürfnis habe ich damals versucht zu erfüllen?
    2. Empathische Verbindung dazu aufnehmen -> Wie wollte ich dem Leben dienen? -> Vergebung
  • Tue nichts, was du nicht aus spielerischer Freude heraus tust.
  • “Müssen” in “frei wählen” übersetzen
    1. Liste machen, mit den Dingen, die ich tun muss
    2. “Ich habe frei gewählt…” davor setzen
    3. “…, denn ich möchte ____” dahinter setzen und vervollständigen
  • Grund “Geld”: Erfüllung menschlicher Bedürfnisse schafft mehr Freude als Geld
  • Grund “Bestätigung”: Wertschätzung anderer ist nur ein Rückmeldemechanismus, der zeigt, dass unsere Bemühungen zum gewünschten Ergebnis geführt haben. Wir haben eine höhere Wertschätzung für uns in uns, wenn wir dem Leben gedient haben.
  • Grund “…weil es andere erwarten” (Schuld, Scham, Ärger, Depression): Am gefährlichsten, weil eigene Bedürfnisse verleugnet werden -> nicht dem Leben dienlich
  • Wir sind niemals wütend, weil jemand etwas gesagt oder gemacht hat. Auslöser ist nicht Ursache!
  • Um durch Schuldzuweisungen zu motivieren, nimmt man den Auslöser als Ursache (“Du machst mich wütend, wenn du…”)
  • Immer wenn wir uns ärgern, suchen wir den Fehler beim anderen, Ärger wohnt in unserem eigenen Denken.
  • Ärger ist ein Wecker, der uns an ein eigenes unerfülltes Bedürfnis erinnert.
  • Ärger zieht Energie ab.
  • Besser: “Ich bin wütend, weil ich … brauche.”
  • Gewalt entsteht von dem Glauben, dass andere Menschen unsere Schmerzen verursachen und dafür Strafe verdienen.
  • Urteile über andere tragen zu selbst-erfüllenden Prophezeihungen bei.
  • 4 Schritte, um Ärger auszudrücken (Evt. zuerst dem anderen Empathie anbieten!):
    1. Innehalten. Atmen.
    2. Eigene verurteilende Gedanken identifizieren.
    3. Kontakt mit eigenen Bedürfnissen herstellen.
    4. Eigene Gefühle und unerfüllte Bedürfnisse aussprechen.
  • Wenn wir die Bedürfnisse und Gefühle des anderen hören, dann erkennen wir die Menschlichkeit, die wir gemeinsam haben.
  • Beschützende Macht: Wenn sich Leute aus Unwissenheit selbst verletzen können (z.B. Kind will auf viel befahrende Straße laufen).
  • Strafende Machtausübung:
    • körperliche Gewalt oder
    • anderen als “falsch” abstempeln oder
    • Einschränken von Vergünstigungen (z.B. weniger Taschengeld, Hausarrest)
  • Anstatt strafende Machtausübung: Was hätte ich gerne, das dieser Mensch tut? Aus welchen Gründen hätte ich gerne, dass er es tut?
  • Unsere Kultur: Bedürfnisse haben ist negativ & zerstörerisch -> “ich”-Egoismus oder Bedürftigkeit
  • Innere Stimmen übersetzen in:
    Wenn a, dann fühle ich mich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.
  • Ernest Becker: “Depression = wissentlich eingesperrte Alternativen
  • Wir bauen Streß ab…
    …wenn wir auf unsere Gefühle & Bedürfnisse hören
    …indem wir anderen unsere Empathie geben
  • In Klienten einfühlen, statt zu interpretieren. Zeigen, was in mir vorgeht, statt zu diagnostizieren.
  • Komplimente sind oft Urteile über andere (=lebensentfremdend)
  • Drücken Sie Wertschätzung aus, weil Sie etwas feiern und nicht, weil Sie manipulieren wollen.
  • Wertschätzung à la GfK: “Das hast du getan, so habe ich mich gefühlt; dieses Bedürfnis von mir hat sich erfüllt.”
  • Nimm Anerkennung ohne Gefühle von Selbstüberschätzung oder falscher Demut an.
  • Was könnte dir jmd. als Anerkennung sagen, das dich vor Freude einen Luftsprung machen lässt?
  • Achte darauf, was dein Leben bereichert & drücke Anerkennung aus!

Eine weitere sehr gute Einführung gibt es bei Zeit zu leben.

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