Was ist Vertrauen? Wann stellt es sich ein? Kann man Vertrauen aktiv erzeugen? Fest steht, wozu Vertrauen benötigt wird: Effiziente zwischenmenschliche Kommunikation.
Vertrauen entsteht nicht bei unterschiedlichen und nicht geklärten Zielen und Wertvorstellungen der einzlnen Gesprächspartner.

Haben zwei oder mehr Gesprächspartner nicht dieselben Wertvorstellungen bzgl. einer bestimmten Sache, dann kann dies eine effektive Kommunikation behindern. Bei manchen Menschen führt dies zum Rückzug oder gar dem Abbrechen der Kommunikation, während andere in den Kampf ziehen, um dem anderen seine Wertvorstellungen “aufzudrücken”.
Bei beiden Modellen leidet die Sachebene der Kommunikation (vgl. Eisbergmodell).

Der Grund für das Scheitern der Kommunikation ist das Nicht-Vorhandensein von zwei grundsätzlichen Ebenen:

  1. Der andere ist keine Gefahr für mich
    Der andere ist eine Gefahr für mich, wenn er versucht mir seine Wertvortstellung “überzubügeln”; sie als einzig richtige erklärt. Das lässt mir keine Wahl und ich muss mich entscheiden, seine Überzeugungen zu teilen oder nicht effektiv mit ihm zusammenzuarbeiten. Das gleicht einer Erpressung: Entweder ich gebe mich (und meine Wertvorstellungen auf) oder muss für meine kämpfen. Beides führt im Normalfall zum Verlassen der Sachebene und damit zum Scheitern der Kommunikation.
  2. Der andere kann mir bei meinen Problemen helfen
    Stellt der andere keine Gefahr (mehr) dar, gibt es noch die zweite Ebene. Ich möchte mich dem anderen gerne anvertrauen. Ich möchte Verständnis und Hilfe für meine Probleme bekommen. Das passiert nur, wenn ich meinen Wertvorstellungen folgen darf, sie anerkannt werden. Weiterhin muss ich das Gefühl haben, das mein gegenüber kompetent genug ist, mir Hilfe zu geben. Dazu muss er meine Wertvorstellungen nicht einfach zu “in Ruhe lassen”, sondern er muss sie verstehen und akzeptieren.

Beide Ebenen können durch Kommunikation über Wertvorstellungen auf der Sachebene geklärt werden. Dieses setzt entweder eine gewisse Selbstreflektion mindestens eines der Gesprächspartner oder eines geeigneten Moderators voraus. Die Klärung auf der Sachebene kann sodann als “Samen für Vertrauen” betrachtet werden. Tiefes und echtes Vertrauen entsteht in der Folge nach dem Prinzip “Wiederholung schafft Wahrheit”. D.h. es müssen sich einige Situationen der erfolgreichen Kommunikation (abgestützt auf das oben erwähnte Klärungsgespräch) ereignen, damit Vertrauen entsteht.

Essenz:

Vertrauen entsteht durch wiederholte Situationen erfolgreicher Kommunikation basierend auf gemeinsamen oder gegenseitig verständlichen und akzeptierten Wertvorstellungen.

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