Gedanken zu Veränderung

25. Februar 2005

Die erste Frage lautet: Wen wollen sie verändern?

Fangen wir mit dem wahrscheinlichen Fall an: Sie wollen…

Andere verändern

Geben Sie es ruhig offen zu: Ihre Kollegen sind manchmal ziemlich blöd, genauso wie ihr Chef, Ihre Kinder, ja eigentlich auch der Lebengefährte oder die Lebensgefährtin. Wenn Sie weiter überlegen, war gestern auch der Kassierer im Supermarkt, die alte Frau in der Tiefkühlabteilung, der Nachbar echt blöd!

Bei soviel Blödheit fragen sie sich des öfteren: “Bin ich den hier der einzig Normale?” Kurzum: Denen müsste man mal allen zeigen, wo’s lang geht… wie der Hase läuft… mal den Kopf waschen… ein paar auf den Po geben, vielleicht sogar?!?!

Sie merken, dieser Text beginnt, unangenehmen zu werden, denn meine Botschaft will ich einmal eindeutig am Anfang festlegen: Sie können keine anderen Menschen verändern!

Schock. Und nun? Warum denn nicht? Das möchte ich nicht hier, sondern an anderer Stelle erklären, bis dahin möchte ich Sie einladen, mir einfach mal in obiger Annahme zu vertrauen und anzunehmen, dass das einzige, was Sie verändern können, Sie selbst sind. Es lohnt sich also weiterzulesen…

Sich selbst verändern

Wenn Sie obigen Absatz nicht gelesen haben: Tun Sie es jetzt… bis gleich!

So, ich bedanke mich für ihr Vertrauen oder beglückwunsche Sie zu Ihrer Einsicht. Lassen Sie uns schauen, wie eine eigene Veränderung prinzipiell ablaufen sollte, wenn sie nachhaltig sein soll. “Nachhaltig” heisst hier, dass Sie die Veränderung nicht mehr als solche wahrnehmen, sondern als Selbstverständlichkeit. Eines kann ich Ihnen versprechen: Das ist ein langer Weg, der sich aber immer lohnt. Hier die Stationen:

  1. Zu veränderne Handlung finden
  2. Diese Handlung im täglichen Leben an Ihnen beobachten
  3. Handlungsalternativen ausdenken, im Geiste anwenden und im Geiste Folgen betrachten
  4. Handlungsalternativen auf ungefährlichen Terain ausprobieren
  5. Handlungsalternativen möglichst oft umsetzen
  6. Handlungsalternativen möglichst oft umsetzen
  7. Handlungsalternativen möglichst oft umsetzen
  8. Handlungsalternativen möglichst oft umsetzen

Zu den letzten, sich wiederholenden Punkten gefällt mir der Ausspruch: “Wiederholung schafft Wahrheit”.

Wenn Sie so vorgehen und sich tatsächlich verändern, dann tritt auf einmal etwas sehr verwunderliches ein: Auch Ihre Umwelt wird sich verändern. Also Ihr Eingangs von mir zerstörter Traum “Ich will andere Ändern” wird ein Stückchen in Erfüllung gehen. Somit bedanke ich mich nochmals für Ihre Geduld und Ihr Vertrauen und wünsche Ihnen viel Spaß beim sich Verändern üben.

Essenz:

Ich kann nur mich verändern und dann wird sich meine Umwelt verändern. Diese Veränderung muss nachhaltig geschehen und das verlangt viel Zeit und damit Disziplin.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Previous Post
«